Sie wollen Ihrem Wohnzimmer einen coolen Look geben, wissen jedoch nicht, was dem Raum noch an Dekor und Accessoires fehlt? Eigentlich haben Sie schon alles: eine gemütliche Sofalandschaft, ein schickes Sideboard, eine antike Vintagekommode. Vielleicht haben Sie gerne Besuch und suchen eine neue Sitzmöglichkeit für Ihre Sitzecke? Wenn das so ist, wie wäre es mit einem Sitzsack im Do-it-yourself-Look?

Selbst angefertigter Sitzsack in Grün

Sitzsäcke sind wahre Hingucker und können einem Zuhause eine unverwechselbare, persönliche Note geben. Es gibt sie in allen Größen, Mustern, Formen und Farben. Ob Comicfigur, oder schlichtes Design. Es liegt an Ihnen, was Sie daraus machen möchten. Wer ein Unikat sucht, dem bleibt nicht viel mehr übrig, als seinen Sitzsack selber zu machen, oder einen Designer damit zu beauftragen.

Einen Sitzsack selbst anfertigen

Wie Sie einen Sitzsack selber nähen können, zeigen wir Ihnen in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Der Klassiker unter den Sitzsäcken ist sechseckig mit Boden und Deckel. Es gibt sie jedoch in allen möglichen Formen und Motiven. Sie werden sehen, wie einfach und unkompliziert Sie diese Anleitung auf jede andere Sitzsack-Variation übertragen können.

Seien Sie kreativ: heben Sie sich von den Standardmodellen aus dem Laden ab und entwerfen Sie einen gemütlichen Sitzsack ganz nach Ihrem eigenen Geschmack.

  1. Schablonen auf Pappkarton zeichnen
    Sie können sich Vorlagen für Ihren Lieblingssitzsack im Internet herunterladen, oder einen eigenen Entwurf gestalten. Achten Sie auf die Maße, damit ihr Sitzsack weder zu klein noch zu groß ausfällt. Pi mal Daumen beträgt die Breite 40 cm und die Höhe 100 cm. Anstatt gerade Seitenteile, können Sie die Seiten auch in Form von Tropfen gestalten. Das lässt den Sitzsack rundlicher erscheinen.
  2. Stoff für Inlett bzw. Außensack auswählen und Schnittmuster auf Stoff übertragen
    Das Inlett ist der innere Bezug, wo auch die Füllung hineinkommt. Der Außensack ist das, was später sichtbar ist. Wählen Sie für die Außenhülle einen Stoff aus einem festen Textilmaterial. Je bunter und origineller, desto eindruksvoller wird der Sitzsack. Für den Innensack verwenden Sie einen feinen Baumwollstoff. Er sollte nicht so dick und mehrlagig sein, wie der Außenstoff, damit die Füllung gut zur Geltung kommt. Wenn Sie Boden, Deckel und die 6 Seitenteile als Schablonen ausgeschnitten haben, legen sie sie auf den Stoff und zeichnen Sie mittels Schneiderkreide die Schnittmuster auf dem Stoff nach. Schneiden Sie nun alles aus. Vergessen Sie nicht, etwa 3 cm Naht hinzuzurechnen.
  3. Inlett vernähen
    Die sechs Seitenteile nähen Sie nun zusammen. Dabei kommt das schmale Ende des Tropfens nach oben. Nähen Sie Seite an Seite zusammen und das so lange, bis die letzte Seite an die erste Seite angrenzt.
  4. Inlett mit Styroporkugeln, Schaumstoffflocken oder Reiskörnern befüllen
    Schütten Sie Styroporkugeln oder Schaumstoffflocken in den Innensack. Tun Sie das so lange, bis das Inlett gut gefüllt ist. Für einen stabilen Halt der Nähte, sollte nicht zu stark gestopft werden. Entgegen dieser Vorsichtsmaßnahme sollte der Inhalt auch nicht zu mager ausfallen, schließlich wollen Sie später weich gepolstert sitzen. Lockere Füllungen lassen den Sitzsack zu stark in sich zusammenfallen.

    Für eine optimale Polsterung gilt, dass die Füllmenge ein Drittel des gesamten Sitzsackvolumens betragen sollte. Hier noch eine Sicherheitswarnung, die Sie sich zu Herzen nehmen sollten: füllen Sie das Styropor nicht in der Nähe von elektrischen Geräten auf. Die Geräten könnten sich leicht aufladen und bei anschließender Entladung geschädigt werden.

  5. Inlett mit letzter Naht verschließen
    Damit die Füllung nicht aus dem Inlett in die Außenhülle rutscht, vernähen Sie das Inlett. Am besten mit einer doppelten Naht, denn doppelt hält besser.
  6. Oberstoff vernähen
    Nun kommt die Außenhülle dran. Auch hier gibt es sechs Teile, die nach demselben Schema, wie beim Inlett zusammengenäht werden. Auch hier gilt, je öfter der Stich wiederholt wird, desto kleiner ist die Gefahr, dass sich etwas löst. Eine Naht von 80 cm sollte freigelassen werden, um zum Schluss einen Reißverschluss anzubringen.
  7. Reißverschluss einnähen
    Damit der Außenbezug jederzeit zum Waschen abgezogen und ausgetauscht werden kann, sollte man den Sitzsack nicht mit einer Naht abschließen, sondern mit einem Reißverschluss versehen. So können Sie auch mehrere verschiedene Außenbezüge gestalten und miteinander abwechseln.
  8. Inlett in den Außensack hineinschieben und Reißverschluss zuziehen
    Durch die Öffnung im Boden schieben Sie den gefüllten Innensack in die Außenhülle. Zu guter Letzt machen Sie den Reißverschluss zu, sodass das Inlett nicht mehr zu sehen ist.

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Fertig ist Ihr selbstgemachter Sitzsack. Stellen Sie ihn ins Wohnzimmer, ins Schlafzimmer, in den Gemeinschaftsraum. Wohin auch immer Sie möchten. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind grenzenlos.

Tipps zur Auswahl des Bezugs

Will man den Sack auch draußen auf dem Balkon, Terrasse oder Garten verwenden, braucht man einen wasserdichten Bezug, etwa Wachstuch, das ist ein beschichteter Stoff, der jedoch geschmeidig ist. Eine reine Plastikfolie ist nicht geeignet.

Stoff vom Meter ist nicht billig, ebenso der dazu benötigte feste Stoff, damit der Sitzsack bei hohrer Beanspruchung nicht reißt. Hier muss man mindestens 10 € pro Meter rechnen, eher mehr. Der Stoff liegt normalerweise 140 cm breit. So breit sollte auch der Sitzsack werden, in der Länge rechnet man mindestens 180 cm, so dass man notfalls auch auf dem Sitzsatz liegend schlafen kann. Das wären dann ca. vier Meter Stoff. Das mal zwei, da noch das Innenfutter benötigt wird für die Füllung.

Die richtige Füllung

Die Füllung gibt es zum Nachfüllen bei den verschiedenen Sitzsackanbietern für ca. 40 €. Die Füllung sollte aus Styropor Kügelchen bestehen. Alle anderen Füllungen halten die Strapazen nicht aus und der Sack fällt in sich zusammen. Denken sie an sehr starkes Nähgarn. Das verhintert das Reißen der Nähte und ein Zimmer voller Styrophorkügelchen, ganz zu Schweigen von der mühevollen Arbeit alles wieder aufzusammeln. Die Nähte deshalb am besten doppelt nähen, wenn man den Sitzsack selber machen will.

Styropor Kügelchen als Sitzsackfüllung

Lohnt es sich einen Sitzsack selber zu nähen?

Diese Frage kann mit ja und nein beantwortet werden. Große Nähkünste und Anforderungen an ein Schnittmuster werden nicht gestellt. Eine Nähmaschine sollte man aber schon haben und auch bedienen können. Dann braucht man noch Stoff, der einigermaßen strapazierfähig sein sollte, denn man will ja auf dem Sitzsack auch sitzen.

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Wer einen Sitzsack selber macht, bekommt ein einzigartiges Sitzmöbel, das perfekt an das eigene Wohnzimmerambiente angepasst werden kann. Ihren Freunden und Bekannten wird das neue Sitzstück im Wohnzimmer auf der nächsten Party bestimmt nicht entgehen.

Natürlich ist auch der Kauf eines fertigen Produkts eine Option. Ein fertiger Sitzsack kostet um die 50 – 70 Euro. Natürlich gibt es auch billigere, aber auch wesentlich teurere Exemplare, je nach Qualität eben. Vom finanziellen Aspekt her lohnt sich die Eigenherstellung daher sicher nicht. So gibt es z.B. eine große Auswahl an Sitzsäcken bei Hitmeister, bei der man auch beim Kauf bestimmt den Richtigen findet. Wie viel schöner und persönlicher ist es hingegen aber, einen Sitzsack selber zu machen? Sie brauchen nicht einmal großartiges Talent, oder Erfahrung darin.