Kurzinfo auf einen Blick

  • Gasgrills bieten eine präzise Temperaturkontrolle und schnelles Aufheizen.
  • Elektrogrills sind kompakter, günstiger und für Innenräume geeignet.
  • Gasgrills sind mobiler als Kohlegrills, aber weniger flexibel als Elektrogrills.
  • Elektrogrills erreichen oft nicht die hohen Temperaturen eines Gasgrills.
  • Geschmacklich kommt der Gasgrill einem Holzkohlegrill näher als ein Elektrogrill.

Vor- und Nachteile Gasgrill vs. Elektrogrill

Kriterium Gasgrill Elektrogrill
Aufheizzeit Schnelles Aufheizen und hohe Temperaturen erreichbar. Benötigt längere Aufheizzeit; erreicht oft niedrigere Temperaturen.
Temperaturkontrolle Präzise Einstellung der Grilltemperatur möglich. Gleichmäßige Hitzeentwicklung; Temperaturregelung über Thermostat.
Geschmack Mit Räucherpellets kann ein rauchiges Aroma erzielt werden. Kein typisches Raucharoma; Geschmack neutraler.
Rauchentwicklung Geringe Rauchentwicklung; für Balkon geeignet. Nahezu rauchfrei; ideal für Innenräume und Balkone.
Mobilität Benötigt Gasflaschen; weniger mobil. Leicht und kompakt; benötigt Stromanschluss.
Gesundheit Geringes Risiko für schädliche Stoffe bei korrekter Nutzung. Keine Verbrennungsrückstände; gesundheitlich unbedenklich.
Reinigung Regelmäßige Überprüfung der Gasleitungen erforderlich; Reinigung des Grills nach Gebrauch. Einfach zu reinigen; keine Brennstoffrückstände.
Anschaffungskosten Höher; ab ca. 300 Euro. Günstiger; ab ca. 20 Euro.
Betriebskosten Höher; abhängig von Gaspreisen. Niedriger; abhängig vom Stromverbrauch.
Grillfläche Größere Grillfläche; geeignet für größere Personengruppen. Kleinere Grillfläche; für kleinere Gruppen geeignet.
Indirektes Grillen Möglich; geeignet für langsames Garen. In der Regel nicht möglich.

Tabelle zu Vor- und Nachteilen Gasgrill versus Elektrogrill

Der Gasgrill

Bei einem Gasgrill wird die benötigte Hitze mittels Gas erzeugt, welches im Inneren verbrennt. Hierzu wird eine Gasflasche angeschlossen, welche mit Butan oder Propan befüllt ist. Mittels eines Röhrensystems gelangt das Gas unter die Grillplatte. Dort trifft es auf eine Flamme, die das Gas entzündet. Das Entzünden der Flamme erfolgt heute meist durch Knopfdruck, worauf sich ein Funke löst, der das Gas entzündet, kann aber auch mittels Feuerzeug oder Streichholz geschehen.

Gasgrill Weber auf dem Balkon

Weber Gasgrill Modell Q1200 mit Standfuß

Eine Regulierung der Gaszufuhr ist über ein eingebautes Ventil möglich. Dadurch kann die Temperatur kontrolliert werden. Auch kann der Gasgrill über verschiedene Temperaturzonen verfügen, indem einfach mehrere Gasbrenner unterschiedlich auf die Grillplatte einwirken. Das Funktionsprinzip ähnelt dem eines Herdes. Gasgrills sind als Tisch- oder Standgeräte erhältlich und verfügen zusätzlich über eine Haube.

Der Elektrogrill

Bei dem Elektrogrill handelt es sich um ein sogenanntes thermisches Gerät, welches das Grillgut durch Wärmestrahlung erhitzt. Der Elektrogrill ist in der Regel mit Heizstäben ausgestattet, die sich erwärmen und so die Hitze abgeben. Auf den Heizstäben kann entweder ein Rost oder eine Grillplatte liegen, auf welcher das Grillgut platziert wird. 

Elektrogrill mit Grillrost

Der Elektrogrill wird mit Strom betrieben. Die Temperatur kann über einen Regler variiert werden. Ein An-/Ausschalter bringt den Grill zum Erhitzen bzw. stellt das Gerät aus. Es gibt diese Grills sowohl als Stand- als auch als Tischgrill.

Vor- und Nachteile des Gasgrills im Detail

  • Ein Vorteil des Gasgrills ist, dass das beim Kohlegrill so charakteristische und häufig vermisste Raucharoma auch bei dieser Grillvariante zu schmecken sein soll.
  • Zudem ist der Gasgrill sehr schnell einsatzbereit, da sich die benötigte Temperatur schnell einstellt.
  • Auch für das indirekte Grillen ist der Gasgrill geeignet.
  • Die Betriebskosten sind insgesamt eher niedrig.
  • Zudem ist die Temperatur des Grills gleichbleibend. Es sind grundsätzlich Temperaturen von 100 bis 300 Grad erreichbar. So kann Fleisch sanft gegart oder auch ein Steak scharf angebraten werden. Produkte wie Spareribs, Würstchen, Fisch oder Gemüse garen am besten bei Temperaturen zwischen 120 und 180 Grad. Geflügel oder auch Kartoffel benötigen eine Hitze von 230-260 Grad.

Termometer eines Gasgrills

Thermometer am Weber Gasgrill

Leider sind die Anschaffungskosten für einen Gasgrill vergleichsweise hoch. Hier sollte man schon ab etwa 300 € investieren, um ein sicheres Produkt zu erhalten. Es muss zudem dafür Sorge getragen werden, dass die Gasflasche immer ausreichend befüllt ist bzw. Nachschub bereitsteht. Auch müssen die Gegebenheiten für eine fachgerechte Lagerung der Gasflaschen vorliegen.

Durch Gewicht und Größe (je nach Modell) und die zugehörige Gasflasche, gestaltet sich der Transport eines Gasgrills etwas schwieriger. Für kurze Ausflüge eignet sich der klassische Kohlegrill besser.

Vor- und Nachteile Elektrogrill im Detail

Der Einsatz des Elektrogrills ist sowohl drinnen als auch draußen möglich. Zudem lassen sich die meisten Geräte auch praktisch für unterwegs einpacken und so auf Ausflügen oder Campingtouren mitführen. Viele Geräte sind schon sehr preiswert erhältlich. Zudem ist durch den Strombetrieb die Versorgung des Gerätes nahezu unerschöpflich möglich. Strom stellt im Gegensatz zu Gas auch eine niedrigere Gefahrenquelle dar. Auch der Energieverbrauch ist vergleichsweise gering.

Die Nachteile des Elektrogrills :

  • der grilltypische Geschmack kann nicht erreicht werden
  • Die Möglichkeit der Stromversorgung ist nicht allerorts gegeben
  • Elektrogrills sind häufig auch etwas kleiner als Gasgrills, so dass bei einer größeren Personenzahl meist mehrere Durchgänge nötig sind, bis alle Personen versorgt sind
  • Auch kann ein Elektrogrill die Temperatur nicht immer so konstant und hoch halten wie ein Gasgrill

Der Geschmacksvergleich: Kohle vs. Gas vs. Elektro

Die Geschmacksfrage stellt sich bei der Frage nach dem „richtigen“ Grill immer wieder. Als klarer Sieger scheint hier tatsächlich der Kohlegrill hervorzugehen, da sich durch das Verbrennen der Holzkohle Rauch bildet, der sich um das Fleisch legt und für das besondere, eben rauchige Aroma sorgt. Dies vermögen sowohl Gas- als auch Elektrogrill nicht zu leisten, wobei manch einer behauptet, dass der Geschmack des Gasgrills dem des Kohlegrills am nächsten kommt. Abhilfe können spezielle Behältnisse schaffen, die beispielsweise mit Holzchips befüllt werden und so beim Grillvorgang das Raucharoma erzeugen.

Die Anschaffungskosten und Betriebskosten

Die Anschaffungskosten eines Elektrogrills sind im Vergleich am geringsten. Einfache Modelle sind schon ab 30 € erhältlich. Für bessere Auftischgeräte mit einer Keramik-Antihaftbeschichtung oder einem Gusseisenrost müssen mindestens 100 € angelegt werden. Es werden auch größere Elektrogeräte mit Standfüßen bzw. Grillwagen für mehrere hundert Euro angeboten. 

Die Anschaffungskosten eines Gasgrills liegen im Schnitt höher. 200-300 € sollten auch für ein kleines Gerät mindestens einkalkuliert werden. Da Gas im Spiel ist, ist es besonders wichtig auf ein geprüftes Gerät zurückzugreifen. Produkte bekannter Marken sind für um die 300 € erhältlich. Nach oben hin sind kaum Grenzen gesetzt.

Der Betrieb eines Elektrogrills ist ökonomisch am günstigsten. Übliche Modelle verfügen über eine Leistung zwischen 1600 bis 2400 Watt. Das heißt, für eine zweistündige Nutzung werden etwa 3,2 bis 4,8 Kilowattstunden Strom benötigt. Bei einem Strompreis von 30-40 Cent pro Kilowattstunde belaufen sich die Kosten für einen Grilleinsatz von 2 Stunden somit auf ca. 1,50 €.

Eine 5kg Gasflasche bekommt man im Handel für ca. 15 €. Der Verbrauch hängt stark von der Größe des Grills bzw. Brenners ab. Bei kleinen Gasgrills, mit 3-4 kW Leistung und einem Gasverbrauch von 200-300 Gramm / Stunde, ist eine Grillzeit von 30 Stunden durchaus erreichbar. Größere Gasgrills leisten 10-20 kW, was ein beträchtlicher Unterschied ist. Bei einer 5kg Gasflasche beschränkt das die Grillzeit auf um die 10 Stunden, weshalb größere Gasflaschen genutzt werden sollten. Je nach Grill und Grilldauer kann also mit 1 - 3 € für einen 2-stündigen Grilleinsatz gerechnet werden.

Ist ein Gas- oder Elektrogrill auf dem Balkon erlaubt?

Das Grillen auf dem Balkon sowohl mit einem Gas- als auch mit einem Elektrogrill ist grundsätzlich erlaubt. Lediglich der Kohlegrill darf aufgrund von Brandschutzbestimmungen, extremer Rauchentwicklung sowie Geruchsbelästigung nicht auf einem Balkon genutzt werden. Diese Faktoren fallen aber bei einem Gas- oder Elektrogrill weg.

Natürlich sollte das Thema Gerüche im Auge behalten werden, da diese auf dem Balkon die des normalen Kochvorgangs in der Küche nicht übersteigen dürfen und somit die Nachbarn stören würden. Dies dürfte in der Praxis jedoch schwer nachzuweisen sein. Ansonsten gibt es keinerlei Einschränkungen hinsichtlich der Nutzung auf dem Balkon.

Gesundheitliche Aspekte bei Gas-, Elektro- und Holzkohlegrills

Fraglich ist, ob die Teflonbeschichtung bei Elektrogrills eine Gesundheitsgefahr darstellt. Ähnlich wie bei Pfannen werden auch für Elektrogrills häufig Beschichtungen genutzt, die PFAS enthalten. Diese Industriechemikalien stehen schon länger in Verdacht krebserregend zu sein. Aufgrund dessen sollte bei Elektrogrills eine PFAS-freie keramische Grillplatte bevorzugt werden.

Da sich bei einem Gasgrill die Temperatur besonders gut regulieren lässt, sinkt die Gefahr von verbranntem Grillgut.

Verbranntes Grillgut Gesundheitsrisiko

 

Das Grillaroma bei einem Kohlegrill hat seinen Preis: Fett oder Fleischsaft tropft häufig in die Glut, was zur Entstehung sogenannter PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) führt, die im Verdacht stehen krebserregend zu sein. Dieses Risiko besteht bei Gas- und Elektrogrills nicht.

Viele verwenden zum Anzünden eines Kohlegrills einen Grillanzünder. Je nach Anzünder kann dieser Paraffine enthalten, die sich in dem Grillgut festsetzen können und gesundheitsschädlich sind. Auch diese Gefahr entfällt beim Grillen mit Gas oder einem Elektrogrill.

Grillarten: Ist indirektes Grillen beim Gasgrill bzw. Elektrogrill möglich?

Ähnlich wie bei einem Kugelgrill mit Holzkohlebetrieb, ist es bei einem Gasgrill möglich, das Grillgut indirekt zu Grillen. Der Gasgrill verfügt zum einen über eine Abdeckung, welche für indirektes Grillen zwingend erforderlich ist. Zum anderen sind viele Gasgrills auch mit verschiedenen Heizzonen ausgestattet, so dass das Grillgut auf einem ausgeschalteten Bereich mit garen kann.

Ein Elektrogrill bietet die Möglichkeit des indirekten Grillens in der Regel nicht, da die meisten Modelle weder mit einem Deckel, noch mit verschiedene Heizzonen ausgestattet sind.

Tipps zum Umgang bzw. zur Aufbewahrung von Gasflaschen bzw. Kartuschen

Vergleich Grill Gasflasche mit Kartusche

Angeschlossene Gasflasche und Kartusche für unterwegs

Gasflaschen oder Gaskartuschen sollten stets an einem Ort gelagert werden, der gut durchlüftet wird. Hier bietet sich vor allem eine Lagerung im Freien an, jedoch versehen mit einer Abdeckung. Die Aufliegefläche sollte trocken und eben sein und im Schatten liegen. Gasflaschen dürfen keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Die Flaschen sollten senkrecht stehen und so gesichert werden, dass sie nicht umkippen können. Besonders wichtig ist es zudem, die Flaschen außer Reichweite von Kindern aufzubewahren. Auch die Ventile müssen nach jedem Gebrauch ordentlich verschlossen werden. Das Verwenden einer zusätzlichen Schutzkappe bietet zudem Sicherheit.

Da Propan- und Butangas schwerer sind als Luft, können sich diese bei einem Austritt am Boden ansammeln und in geschlossenen, unterirdischen Räumen (wie Kellern) gefährlich konzentrieren. Gasflaschen deshalb keinesfalls im Keller aufbewahren!

Wie pflege ich die unterschiedlichen Grillmodelle?

Reinigung des Grillrostes

Besonders die Reinigung des Grillrostes ist häufig sehr aufwendig. Hierin hängen häufig noch Reste von Fett und Marinade. Speziell für die Reinigung der Grillroste gibt es Grillbürsten.

Zuvor kann aber folgender Trick verwendet werden: Nachdem das letzte Stück Grillgut den Rost passiert hat, kann der Deckel geschlossen und die Flamme einmal voll aufgedreht werden. Durch die entstehende Hitze werden die Reste am Rost verbrannt.

Nebenbei reinigen sich auch die Brennerabdeckungen. Wenn nur noch wenig Qualm aufsteigt, sind die meisten Reste beseitigt. Mit der Grillbürste können nun die Reste, also die Asche, von dem Rost gefegt werden. Von Zeit zu Zeit müssen aber auch die Ecken einmal gründlich ausgekratzt werden. Dies gelingt am besten mit einem Spachtel. Viele Grills verfügen über eine herausnehmbare Wanne. Auch diese sollte zwischendurch geleert werden. Grundsätzlich sollten keine aggressiven Reinigungsmittel oder Schwämme zum Einsatz kommen, da dies die Beschichtungen zerstört. Einfaches Seifenwasser und ein Schwamm sind völlig ausreichend.

Die Reinigung eines Elektrogrills verläuft grundsätzlich ähnlich ab. Auch hier können die Reste abgebrannt werden, indem das Gerät auf volle Stärke eingestellt wird. Bei vielen Elektrogrills kann der Rost auch leicht entfernt werden und dann in der Spülmaschine gesäubert werden. Dann müssen nur noch die Wanne und das Gehäuse kurz abgewaschen werden. Noch leichter zu reinigen ist ein Elektrogrill mit einer Teflonplatte. Diese verhindert an sich schon ein Anbacken des Grillguts, so dass das anstrengende Kratzen ausbleibt und es meist ausreicht, die Platte mit etwas Lauge und einem Schwamm abzuwischen.